Veganz Ernährungsstudie 2020

Fleischesser ade!

Warum leben die Menschen in Europa vegan oder flexitarisch? Was kommt bei den Europäern aufs Brot und welche Produkte wandern in Deutschland ins Einkaufskörbchen?
Anlässlich des Weltvegantages 2020 haben wir mit unserer Ernährungsstudie das Ernährungsverhalten von Omnivoren bis hin zu Veganern wieder so richtig unter die Lupe genommen, d.h. mehr über die Ernährungsformen sowie das Ess- und Einkaufsverhalten in den jeweiligen Ländern erfahren.

Bereits 2019 konnten wir durch unsere erste Veganz Ernährungsstudie spannende Erkenntnisse gewinnen. Doch unser Wissensdurst ist noch lang nicht gestillt. Deshalb haben wir auch dieses Jahr rund 2.600 Teilnehmer*Innen aus sieben europäischen Ländern u.a. nach ihren Einstellungen zur Ernährung und Umweltschutz befragt.
Mit dabei sind:

  • Deutschland
  • Schweiz
  • Belgien
  • Frankreich
  • Portugal
  • Dänemark
Auszug aus der Veganz Ernährungsstudie 2020

Die Umfrage haben wir über ein gesondertes Marktforschungsprojekt durchgeführt, welches unabhängig von der Markenerscheinung Veganz die Teilnehmer*Innen befragt hat.
Du findest es auch wahnsinnig interessant, was in den europäischen Haushalten so auf dem Teller landet? Dann solltest du den fortfolgenden Zeilen gespannt folgen, denn wir haben für dich die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst!

1. Allgemeines zur Umfrage

Erst einmal sind wir besonders dankbar und vor allem stolz darauf, dass über 2.600 Menschen aus 7 verschiedenen Ländern mitgemacht haben – ein wirklich tolles Ergebnis! Interessant fanden wir vor allem herauszufinden, welche Ernährungsform die Befragten haben. Dabei ergaben sich folgende repräsentative Ergebnisse:

1,9 % vegan
3,1 % vegetarisch
2,9 % pescetarisch
22,9 % flexitarisch
69,1 % omnivor

In jedem Land haben wir zwischen 218 und 518 Personen von 15 bis 64 Jahren befragt.

2. Vegan-Map: Hier leben die meisten Veganer*Innen

Vor nicht allzu langer Zeit wurde man als Veganer*In bzw. Vegetarier*In für die eigene Ernährungsform noch ziemlich schief angesehen und nicht selten belächelt. Das gehört glücklicherweise (in der Regel) der Vergangenheit an, denn die Wahrnehmung und das Bewusstsein der Menschen haben sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Vegan oder vegetarisch zu leben ist kein Nischenphänomen mehr und wird gesellschaftlich mehr als nur akzeptiert.
In Deutschland ist der vegane Trend am stärksten zu beobachten. Hochgerechnet für die aktuelle Bevölkerung von 83,1 Millionen Menschen (Stand: Juni 2020), ernähren sich laut unserer Studienergebnisse 2,6 Millionen Menschen – also rund 3,2 % der Bevölkerung – vegan und zirka 3,6 Millionen (4,4%) vegetarisch.
Dies bedeutet – wenn man die Studie von Skopos aus dem Jahre 2016 zum Vergleich heranzieht –, dass sich innerhalb von nur vier Jahren die Anzahl der Veganer*Innen von insgesamt 1,3 Millionen (2016) auf eben 2,6 Millionen Menschen exakt verdoppelt hat.

Und wie sieht es mit den anderen untersuchten Ländern aus? Dänemark (2,7%) und die Schweiz (2,6%) belegen bei unseren untersuchten Ländern die Plätze zwei und drei. Das Schlusslicht mit 0,9% Veganer*Innen bildet Frankreich.

Und hier für dich alle sieben Länder im Vegan-Überblick:
Sieben europäische Länder im Vegan-Überblick 2020

Die folgende Übersicht schlüsselt für dich als ganz interessierte/n Leser*In im Detail auf, wie viele Menschen sich laut dieser Ernährungsstudie in den 7 untersuchten Ländern zu den verschiedenen Ernährungsgruppen zuordnen.

So ernährt sich Europa im Vergleich
So ernähren sich die Menschen in sieben europäischen Ländern im Vergleich im Jahr 2020

3. Den Flexitariern gehört die Zukunft

Vor allem Flexitarier*Innen stehen 2020 vermehrt im Fokus. Warum? Die Zahl der Europäer, die bewusst seltener Fleisch konsumieren, nimmt mit 22,9% rasant zu. Auch fast 30% der befragten Deutschen gibt an, sich flexitarisch zu ernähren. Damit gehört diese Zielgruppe neben den Omnivoren zu denen, die aufgrund ihrer Größe dabei helfen kann, die dringend notwenige Konsum-Reduktion tierischer Lebensmittel insgesamt, aber vor allem den Fleischkonsum zu minimieren.
Diese Verbraucher setzen für den Handel interessante Impulse und werden zum Großteil dafür Sorge tragen, veganen Produkten den Weg aus der Nische zu ebnen.
Der Flexitarier-Trend spiegelt sich neben Deutschland auch in den anderen 6 untersuchten Ländern wider. In Österreich gibt es sogar mit 31,8% ein paar mehr Flexis. In Portugal reduzieren immerhin 28,6% ihren Fleischkonsum.

Flexitarier in Europa:
Prozentualer Anteil Flexitarier in sieben europäischen Ländern im Jahr 2020

Die Gründe für eine flexitarische Diät sind in Europa genauso vielfältig, wie die für eine vegan/vegetarische Ernährungsweise. Hauptargument ist die eigene Gesundheit (51,6%), der Flexitarische-Trend (5,2%) an sich spielt eher eine untergeordnete Rolle. Doch eines haben wir dir vorab noch gar nicht verraten: Wie definiert man eigentlich eine/n Flexitarier*In?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. werden „Flexitarier […] auch als flexible Vegetarier bezeichnet. Sie Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. werden „Flexitarier […] auch als flexible Vegetarier bezeichnet. Sie lehnen die Massentierhaltung ab, möchten die Umwelt schützen, ihre Gesundheit fördern und trotzdem nicht ganz auf Fleisch verzichten“.

(Quelle: DGE, Stand: 10/2020)

ProVeg – ehemals VEBU bezeichnet zudem Flexitarier*Innen als Personen mit einem Fleischverzicht an mindestens drei Tagen pro Woche.

Flexitarier und Veganer lieben das Drogerie-Shopping-Erlebnis

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, ist es in Deutschland nicht unüblich, Lebensmittel auch in Drogerien zu ergattern. Auch Flexitarier*Innen nutzen – neben den Veganern – den Komfort zusätzlich zu Shampoo, Hundefutter und Wischlappen, das ein oder andere Riegelchen oder Fertiggericht ins Einkaufskörbchen zu packen.
Während im Schnitt nur 25,8% der Deutschen in der Drogerie Lebensmittel shoppen, sind es unter den Flexitariern 30,6% und bei den Veganern sogar 35,5%. Letztere zieht es noch eher auf den Wochenmarkt (51,3%), Supermarkt (74,9%) oder in den Discounter (46,0%).
Eine weitere spannendere Erkenntnis, die aufhorchen lässt: ganze 59,1% der Flexitarier*Innen in Deutschland legen einen großen Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz beim Lebensmitteleinkauf. Die Gruppe der Veganer*Innen stimmt dieser Aussage mit nur 38,9% überwiegend bzw. voll und ganz zu. Hättest du das gedacht? Beachtlich ist aber vor allem, dass sage und schreibe 57,1% der europäischen Flexitarier*Innen sich laut Ernährungsstudie vorstellen können, in Zukunft auf eine vegetarische und immerhin 7,9% auf eine vegane Ernährungsweise umzustellen. Im Übrigen scheinen sich zudem die Ansichten der Omnivoren bezüglich eines pflanzenbasierten Lebens aufzuweichen. Auch diese Gruppe ist dem Thema mehr als aufgeschlossen und kann sich zu 27,2% vorstellen zukünftig nur noch zu Veggie-Alternativen zu greifen. 3,5% der Omnis würden es sogar vegan probieren. Damit würde die omnivore Lebensweise von weniger als 42% der Europäer noch verfolgt werden. Fleischessen gehört also der Vergangenheit an.
Was für rosige Aussichten!

Auch Food-Trend-Forscherin Hanni Rützler vom Zukunftsinstitut in Wien ist überzeugt, dass die Zukunft im Flexitarier liegt:

„Der isst auch Fleisch, aber will das mit gutem Gewissen tun.“ Rützler konstatiert zudem: „Essen wird immer mehr zum Ausdruck der Persönlichkeit. Viele Menschen fragen sich: Kann ich Fleischberge noch unreflektiert in mich hineinschlingen?“ Das Verständnis von Genuss habe sich gewandelt, weg vom immer mehr, immer schneller, immer billiger. „Wenn das Huhn im Supermarkt fast nichts mehr kostet, will ich gar nicht wissen, mit was es gefüttert wurde.“

Quelle: Westdeutsche Zeitung

4. Yay or Nay: In-Vitro Fleisch, Laborkäse und Krabbeltiere

Vegan lebende Europäer*Innen haben ein großes Herz für Fellnasen, denn Tierschutz steht ganz klar an erster Stelle, wenn sie danach gefragt werden, warum sie keine tierischen Produkte konsumieren. Dieser Aspekt schließt anscheinend eine Offenheit gegenüber Kulturfleisch und Co nicht aus, denn generell stehen die Europäer der Ernährung der Zukunft nicht unbedingt skeptisch gegenüber.

Über alle Ernährungsgruppen hinweg, könnten es sich laut Ernährungsstudie 20,1% der Befragten vorstellen, In-Vitro Fleisch zu essen, welches im Labor gezüchtet wurde. Im Detail sind dies 42% der befragten Veganer*Innen und 30,5% der Vegetarier*Innen. Bei den Omnivoren sind es im Vergleich nur etwas knapp über 18%, die Fleisch aus Zellkulturen in Betracht ziehen.

So viel Prozent der Befragten können sich vorstellen In-vitro-Fleisch zu essen:
Prozentangabe Ernährungsgruppen, die In-vitro-Fleisch essen würden Europa im Jahr 2020

Übrigens: In Deutschland sind es vor allem die Veganer*Innen (47,1%) und Flexitarier*Innen, die gezüchtetes Fleisch probieren würden.
Einen kleinen Unterschied macht da jedoch der Labor-Käse: 23% der europäischen Befragten sehen darin eine echte Alternative. Vor allem die Gruppe der Veganer*Innen (48%) und Vegetarier*Innen (36,6%) kann sich vorstellen zu pflanzlichen Käsealternativen zu greifen, wohingegen die Flexitarier*Innen (23,7%) und Omnivoren mit nur 21,1% Zustimmung dem eher kritisch gegenüberstehen und lieber auf den „echten“ Käse zurückgreifen. Aber man darf bei diesem Ranking nicht außer Acht lassen, dass bei allen Ernährungsgruppen mindestens ¼ der Befragten pro Laborkäse ist.
In Deutschland stehen übrigens 27,4% der Befragten Laborkäse positiv gegenüber. Mehr als die Hälfte (55,6%) der Veganer*Innen und immerhin 30,8% der Pescetarier*Innen greifen zukünftig sehr gern zum Käse-Imitat.
Mehlwürmer, Grillen, Heuschrecken? Nö, danke! Denn für 73,1 % Europäer*Innen gelten auch Insekten als Lebewesen und passen somit nicht in deren Ernährungsplan. Für die restlichen 26,9 % stellen die kleinen Tierchen eine Alternative dar. Und wie sehen das die Ernährungsgruppen im Einzelnen? Das zeigt unser übersichtliches Ranking

Insekten auf dem Teller? No way!
Prozentualer Anteil der Ernährungsgruppen, die Insekten essen würden in Europa 2020

Auch in Deutschland spiegeln sich diese Zahlen wider. Nur 24% der Vegetarier*Innen und 33,3% der Veganer*Innen würden Insekten essen. Generell sehen 71,9% der Deutschen davon ab, Mehlwürmer und Co in ihren Ernährungsplan aufzunehmen.

5. Diese Produkte wünschen sich die Veganer Europas

Okay, okay, wir verstehen: Mehlwürmer, Grillen und Heuschrecken stehen bei den Europäern noch nicht so hoch im Kurs. Und auch bei Labor-Fleisch und -Käse als denkbare Alternativen scheiden sich die Geister. Aber wie sieht es denn mit einer europaweiten Vegan-Produkt-Wunschliste aus? Wirft man einen Blick auf die Studienergebnisse, lautet der Veganer*Innen-Appell: Bitte mehr Wurst- und Käsealternativen sowie Backwaren!
Ganze 45,5 % der veganen Europäer (und 50,1 % der Deutschen) vermissen Wurst und Käse und wünschen sich entsprechend mehr Auswahl an der veganen Aufschnitt-Theke. Auch im Bereich der Süßigkeiten und Snacks (Europa: 32,9 %; Deutschland: 44,0%) fehlen anscheinend vegane Substitute. Außerdem hoffen viele Veganer*Innen, dass es demnächst mehr Abwechslung im Bereich der Backwaren (Europäer: 38,6 %; Deutsche: 39,4 %) gibt.

Diese veganen Alternativen wünscht sich Europa:
Diese veganen Alternativen wünscht sich Europa im Jahr 2020

Die Ergebnisse unserer Ernährungsstudie haben uns ehrlich gesagt ein wenig überrascht. Liebes: All diese Produkte gibt es doch bereits von Veganz – der Marke für vegane Produktvielfalt. Herrje, bevor wir also mit Megaphon und unseren leckeren Veganz Produkten durch Europa düsen, schau dir doch mal ganz genau unsere Produktrange an.
Allein die vegane Käseauswahl lässt unsere Brust vor Stolz anschwellen. Ganze sieben Alternativen gehören zum Sortiment. Ob in Scheiben, als Stück, mit Cashews, zum Reiben oder Schmieren…mal ehrlich, da bleiben doch keine Wünsche offen!
Auch die Wurst- und Fleischalternativen decken wir schon wunderbar ab. Neben Aufschnitt, Crispy Nuggets und Bratgrillern, haben wir zusätzlich vegane Schnitzelchen in petto. Kleiner Spoiler: in nächster Zeit kommen weitere Alternativen zu diesen beiden Produktgruppen dazu. Du bist ein Süß-Zahn? Oh je, da haben wir so viele Produkte, dass wir eeeewig bräuchten die ganzen Tafeln, Bars und Muffins überhaupt aufzuzählen. Deshalb hier ein kleiner Überblick von unseren Lieblingen:

Und was macht ihr jetzt mit dem ganzen Datenwirrwarr

Wir fühlen uns bestärkt in der Arbeit unserer letzten Jahre und gleichermaßen inspiriert von all dem Input und Erkenntnissen – das hätten wir ohne dich nicht geschafft. Also noch einmal vielen Dank an dieser Stelle!

Du willst Produkteinführungen, Klimaschutz und Nachhaltigkeit? Wir auch! Deshalb setzen wir schon länger und selbstverständlich auch zukünftig auf vegane, umweltfreundliche und vor allem leckere Neuprodukte.

Zudem bleiben wir niemals stehen, sondern gehen weiter auf dem Schleuderweg der Plastikverpackungen – und das solange bis aus dem Suchen ein Finden wird und wir für unsere Produkte die beste und umweltfreundlichste Packaging-Alternative entdeckt haben.
Trotz der strengen Lebensmittelstandards für Haltbarkeit und Lagerung suchen wir nach Lösungen, um Verpackungen aus Kunststoff zu reduzieren oder im besten Fall vollständig zu vermeiden. Unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit erwartet Veganz, dass die Verpackungen vorzugsweise aus Recyclingmaterial hergestellt werden. Das heißt, dass diese nach den Richtlinien des Blauen Engel bzw. FSC-Recycled oder vergleichbar zertifiziert sein sollen.
Doch wir haben noch mehr in petto: Von kompostierbaren Folien aus NatureFlexTM-Material oder nachwachsenden Rohstoffen wie Cellulose und Stärke, recyceltem (Alt-)Papier und PET über mineralölfreien Druckfarben – wir finden für so gut wie jedes Veganz-Produkt eine nachhaltige Hülle!
Außerdem machen wir auch in ferner Zukunft nicht Halt vor Transparenz in der Lebensmittelbranche d.h. die Ökobilanz unserer Produkte wird auch weiterhin auf den Verpackungen zu sehen sein. So lässt sich nämlich genaustens erkennen, wie nachhaltig unsere Artikel sind. Demnach machen wir es dir beim Einkauf besonders leicht, dich für das Produkt zu entscheiden, welches lecker ist und gleichzeitig etwas für die Umwelt tut.

Du willst mehr fantastische Fakten zu unserer Ernährungsstudie? Die Ergebnisse der Umfrage kannst du demnächst auch hier einsehen.