Besser für die Umwelt

Als Lebensmittelanbieter haben wir einen kleinen direkten Umwelt-Fußabdruck im Vergleich zu anderen Akteur:innen in der Lebensmittel-Wertschöpfungskette. Nichtsdestotrotz wollen wir in dem, was wir tun, vorbildlich handeln und sowohl unsere Kund:innen als auch unsere Geschäftspartner:innen motivieren, ihrerseits einen Beitrag zu leisten. Erstmals haben wir deshalb 2020 damit begonnen, wichtige Klima-Kennzahlen zu unserem Unternehmen zu erfassen – und konnten 2021 bereits in einigen Kategorien erfreuliche Fortschritte erzielen:

Besser fürs Klima

So haben wir 2021 die CO2-Emissionen, für die wir selbst verantwortlich sind, deutlich reduziert: Wir ersetzten unsere bis dahin konventionelle Firmenwagenflotte durch Elektrofahrzeuge und stellten in einer unserer drei Filialen in Berlin die Beheizung von Erdgas auf Fernwärme um. Dadurch sanken unsere direkten CO2-Emissionen (Scope 1 nach Greenhouse Gas Protocol – GHG) 2021 auf 3,0 tCO2e (Vorjahr: 7,3 tCO2e). Auch unsere indirekten energiebezogenen Emissionen haben wir durch einen höheren Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch 2021 (Scope 2 nach GHG) mit 7,2 tCO2e mehr als halbiert (Vorjahr: 15,1 tCO2e).

CO2-Emissionen: Scope 1 [1]

Emissionsquellen2020
(in t CO2e)
2021
(in t CO2e)
Δ 2020-2021
(in %)
Erdgas4,11,8-56
Kraftstoffe3,21,2-63
Gesamt7,33,0-59

CO2-Emissionen: Scope 2 [2]

Emissionsquellen2020
(in t CO2e)
2021
(in t CO2e)
Δ 2020-2021
(in %)
Strom und Fernwärme15,16,5-57
E-Fahrzeuge0,7
Gesamt15,17,2-52

Wie bei Unternehmen aus dem Lebensmittelbereich üblich, stammt mit über 99,9 % der Großteil der Emissionen im Zusammenhang mit unserer Geschäftstätigkeit aus unserer Wertschöpfungskette (Scope 3 nach GHG) – genauer gesagt aus unserer vorgelagerten Lieferkette: Fast alle unserer Scope-3-Emissionen entstanden 2021 beim Anbau, der Herstellung und dem vorgelagerten Transport unserer Lebensmittel. Infolge des Umsatzwachstums stiegen deshalb auch unsere Scope-3-Emissionen 2021 auf 10,8 Tsd. tCO2e (Vorjahr: 9,0 Tsd. tCO2e).

CO2-Emissionen: Scope 3 [3]

Emissionsquellen2020
(in t CO2e)
2021
(in t CO2e)
Δ 2020-2021
(in %)
Eingekaufte Waren und Dienstleistungen6.9057.533+9
Vorgelagerter Transport2.0643.188+54
Sonstige Quellen6685+29
Gesamt9.03510.806+20

Über alle drei Scopes hinweg stiegen unsere Emissionen – ausschließlich bedingt durch die Emissionen der Wertschöpfungskette – 2021 um knapp 20 % und damit etwas stärker als unser Umsatz auf Gruppenebene (12 %). Mit einer um 7 % gestiegenen CO2-Intensität von 322 tCO2e pro € 1 Mio. Umsatz (Vorjahr: 301 tCO2e) blieb unser gesamter Klimaeinfluss 2021 über alle drei Scopes hinweg jedoch vergleichsweise gering: Nach einer 2021 durchgeführten Studie zur CO2-Intensität im Lebensmittelsektor für 14 Länder, die für mehr als 65 % der weltweiten Lebensmittelproduktion verantwortlich sind, lag die CO2-Intensität 2014 durchschnittlich bei knapp 557t CO2 pro € 1 Mio. Umsatz mit Lebensmittelerzeugnissen [4].

Darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen: Für 2022 planen wir, uns mithilfe des X-Degree Compatibility (XDC) Modells ein verbindliches Klimaziel für unsere eigenen CO2-Emissionen zu setzen, das in Übereinstimmung mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens steht. Zudem wollen wir in Zusammenarbeit mit unseren Lieferant:innen Möglichkeiten prüfen, wie die Emissionen unserer Ausgangsprodukte und des Produkttransports weiter gesenkt werden können.

Bessere Produkte

Wir sind überzeugt davon, dass pflanzenbasierte Ernährung ein wichtiger Hebel zur Verlangsamung des  Klimawandels ist. Mit unseren Produkten wollen wir einen Beitrag dazu leisten, so viele Menschen wie möglich zu motivieren, pflanzliche Alternativen zu probieren und so ihre Ernährung Stück für Stück grüner zu machen. So kann jede Person ihre ernährungsbedingten CO2-Emissionen um fast ein Viertel senken, wenn sie als Flexitarier weniger häufig und bewusster Fleisch isst, und sogar um fast die Hälfte bei einer vollständig veganen Ernährung [5].

Unsere pflanzlichen Lebensmittel verbrauchen bereits heute deutlich weniger CO2 in der Herstellung als vergleichbare tierische Produkte – doch damit geben wir uns nicht zufrieden. Und wir konnten 2021 bereits gute Fortschritte erzielen: Der CO2-Fußabdruck der von uns eingekauften Produkte stieg 2021 absolut zwar um knapp 9 % auf 7,5 Mio. tCO2e an (Vorjahr: 6,9 Mio. tCO2e), wuchs damit aber weniger stark als unser Umsatz auf Gruppenebene (+12 %), sodass wir die CO2-Intensität unserer Ausgangsprodukte insgesamt senkten.

Zusätzliche Transparenz in Sachen CO2-Emissionen bieten wir unseren Konsument:innen auf Produktebene: Als eines der wenigen Unternehmen weltweit weisen wir auf allen unseren Produktverpackungen genaue Zahlen zur jeweiligen Ökobilanz aus. Dafür setzen wir auf eine Kooperation mit dem Schweizer Institut Eaternity, einer unabhängigen Organisation, die eine Lösung entwickelt hat, um den ökologischen Fußabdruck von Lebensmitteln zu messen.

Anhand modernster Methoden sowie unseren ausführlichen Rohstoff-, Lieferant:innen- und Produzent:innendaten berechnet Eaternity für jedes unserer Produkte einen konkreten Nachhaltigkeits-Score in insgesamt vier Kategorien: CO2-Emissionen, Wasserverbrauch, Tierwohl und der Schutz des Regenwalds. Veganz war 2019 weltweit das erste Lebensmittelunternehmen, das den Eaternity-Score konsequent auf all seinen Produkten auswies.

Was unsere Grundzutaten anbelangt, sehen wir Kakao, Soja und Palmöl als kritischste Zutaten aus ökologischer und sozialer Sicht. Produzent:innen, die sie für uns verarbeiten, setzen auf verschiedene Zertifizierungen, um ökologische und soziale Mindeststandards in der Beschaffung zu gewährleisten: So können 100 % unserer palmöl-verarbeitenden Produzent:innen eine RSPO-Zertifizierung („Roundtable on Sustainable Palm Oil“) nachweisen und 64 % der Kakao-verarbeitenden Produzent:innen eine UTZ-Zertifizierung, die mittlerweile als Teil der Rainforest Alliance einen nachhaltigen Anbau von Kakao bestätigt, beziehungsweise 28 % eine Fairtrade-Zertifizierung.

Besser fürs Wasser – und bessere Energie

Die Wassermenge, die wir 2021 entnommen haben, ging Home-Office-bedingt mit 1.454 m³ gegenüber dem Vorjahr zurück (Vorjahr: 1.638 m³) – entsprechend sank auch unsere Wasser-Intensität um 20 % auf 43,4 m³ pro € 1 Mio. Umsatz (Vorjahr: 54,5 m³). Das von uns direkt verbrauchte Wasser haben wir dabei ausschließlich in Berlin bezogen, sodass wir keines aus einem Gebiet mit hohem oder sehr hohem Grundwasser-Stress-Level gemäß World Resource Institute (WRI) entnommen haben.

Auch unseren Energieverbrauch konnten wir 2021 senken – vor allem durch längere Home-Office-Phasen: Unser Strom- und Fernwärmeverbrauch sank 2021 auf 457 MWh (Vorjahr: 476 MWh) – beides bezogen wir ausschließlich von externen Energielieferant:innen. Gleichzeitig stieg 2021 auch der Anteil erneuerbarer Energien an unserem Stromverbrauch auf 99,4 % (Vorjahr: 94,0 %). Zudem konnten wir durch den verstärkten Einsatz von Fernwärme unseren Erdgasverbrauch auf 9 MWh mehr als halbieren (Vorjahr: 20 MWh). Gemessen am Umsatz sank unsere Energieintensität 2021 damit um 14 % auf 13,6 MWh pro € 1 Mio. Umsatz (Vorjahr: 15,8 MWh).

Um den sparsamen Umgang mit Energie bei Veganz weiter zu verankern, haben wir 2022 unsere Energiepolitik veröffentlicht, mit der wir uns auch künftig zu energieeffizientem Handeln im gesamten Unternehmen verpflichten:

Energieverbrauch [6]

Energiequellen2020
(in kWh)
2021
(in kWh)
Δ 2020-2021
(in %)
Strom und Fernwärme
(davon: Anteil fossiler Energien)
475.815
6,0%
456.938
0,6%
-4
-5,4 %-Punkte
Erdgas19.9888.890-56
Gesamt495.803465.828-6

Bessere Verpackungen

Wir achten nicht nur darauf, was unsere Produkte enthalten – sondern auch auf das gesamte Drumherum, wie möglichst nachhaltige Verpackungen. 2021 betrug das gesamte Verpackungsgewicht unserer verkauften Veganz-Produkte 1.083 t (Vorjahr: 926 t), wovon mit 762 t (2020: 667 t) der Großteil aus leicht recycelbarem Papier für den Transportweg bestand. Gemessen am Umsatz stieg unsere Verpackungsintensität leicht auf 32,3 Tsd. kg pro € 1 Mio. Umsatz (Vorjahr: 30,8 Tsd. kg).

Verpackungsmaterialien

Verpackungsart2020
(in kg)
2021
(in kg)
Δ 2020-2021
(in %)
Papier
(Produktverpackung)
130.097168.531+30
Papier
(Transportverpackung)
667.105761.576+14
Glas42.05146.801+11
Eisen1.5362.856+86
Aluminium7433-55
Kunststoffe 85.18897.386+14
Sonstige4455.719+1.187
Gesamt926.4961.082.903+17

In den nächsten Jahren wollen wir bei unseren Verpackungsmaterialien weitere Schritte Richtung Kreislaufwirtschaft machen. So konnten sich 2021 bereits 17 unserer Produkte über eine Verpackung aus vollständig recyceltem und/oder nachwachsenden Material freuen – belegt zum Beispiel mit dem Blaue-Engel- oder dem FSC-Siegel („Forest Stewardship Council“). Dazu gehörten unter anderem beliebte Erzeugnisse wie das Veganz Genießerstück, das Veganz Soja-Granulat und der Veganz Wafer Choc Bar Hazel.

Mit gezielten Innovationen und Verbesserungen gestalten wir unsere Verpackungen kontinuierlich noch nachhaltiger und setzen beispielsweise auf kompostierbare Folien aus NatureFlex™-Material, auf nachwachsende Verpackungsrohstoffe aus Cellulose und Stärke und mittlerweile fast ausschließlich auf mineralölfreie Druckfarben.

HIER GEHT ES ZU WEITEREN NACHHALTIGKEITSTHEMEN:

Besser für die Gesellschaft
Bessere Unternehmensführung

[1] Nicht einbezogen sind Werte des Zentrallagers. Einige Daten sind geschätzt, hochgerechnet oder basieren auf Vorjahreswerten.

[2] Marktbasierte Werte. Nicht einbezogen sind Werte des Zentrallagers. Einige Daten sind geschätzt, hochgerechnet oder basieren auf Vorjahreswerten.

[3] Nicht einbezogen sind Werte des Zentrallagers. Einige Daten sind geschätzt, hochgerechnet oder basieren auf Vorjahreswerten.

[4] Quelle: Mrówczyńska-Kamińska A, Bajan B, Pawłowski KP, Genstwa N, Zmyślona J (2021). Greenhouse gas emissions intensity of food production systems and its determinants. PLoS ONE 16(4): e0250995. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0250995

Hinweis: Die Studie gibt Währungszahlen in Dollar an. Unsere an dieser Stelle vorgenommene Umrechnung von Dollar in Euro basiert auf dem Wechselkurs von 1 EUR = 1,21 USD zum 31.12.2014.

[5] Umweltbundesamt (o.D.). CO2-Rechner des Umweltbundesamts. Aufgerufen auf https://uba.co2-rechner.de/de_DE/ am 18.04.2022

[6] Nicht einbezogen sind Werte des Zentrallagers. Einige Daten sind geschätzt, hochgerechnet oder basieren auf Vorjahreswerten.