Ergebnisse der Veganz Ernährungsstudie 2021

Warum leben die Menschen in Europa vegan oder flexitarisch? Finden Food-Innovationen wie In-vitro Fleisch oder Insekten überhaupt Anklang und haben vermehrte Klimakrisen zu einem Wandel des Konsumverhaltens beigetragen?
Anlässlich des Weltvegantages 2021 haben wir mit unserer Ernährungsstudie das Ernährungsverhalten von Omnivoren bis hin zu Veganer:innen wieder so richtig unter die Lupe genommen, d.h. mehr über die Ernährungsformen sowie das Ess- und Einkaufsverhalten in den jeweiligen Ländern erfahren.

Nach den zwei vorhergehenden Untersuchungen aus den Jahren 2019 und 2020, veröffentlichen wir nun – pünktlich zum Weltvegantag am 01.11.2021 – unsere dritte Ernährungsstudie. Dazu haben wir auch dieses Jahr rund 5.300 Teilnehmer:innen aus sechs europäischen Ländern u.a. nach ihren Einstellungen zur Ernährung und Umweltschutz befragt.
Mit dabei sind:

  • Deutschland
  • Österreich
  • Frankreich
  • Italien
  • Großbritannien
  • Spanien

Du findest es auch wahnsinnig interessant, was in den europäischen Haushalten so auf dem Teller landet? Dann solltest du den fortfolgenden Zeilen gespannt folgen, denn wir haben für dich die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst!

Allgemeines zur Umfrage

Wir freuen uns, dass insgesamt 5.311 Menschen aus sechs verschiedenen europäischen Ländern an unserer Online-Umfrage teilgenommen haben. Dabei ist es natürlich interessant zu sehen, welche Ernährungsformen die Europäer:innen im Alter von 16 bis 64 Jahren aktuell haben und wie die Verteilung im Ländervergleich ausfällt. Dabei ergaben sich folgende repräsentative Ergebnisse:

2,3 % vegan
3,9 % vegetarisch
3,0 % pescetarisch
18,28 % flexitarisch
72,6 % omnivor

Nicht nur der Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln steigt, sondern auch die Bereitschaft zur Umstellung hin zu einer flexitarischen und sogar vegan-vegetarischen Ernährung nimmt zu. Haupttreiber ist der Klimawandel, der leider nicht mehr vor der eigenen Haustür Halt macht und dementsprechend verstärkt von der Bevölkerung verhandelt wird. Die Lage scheint brisanter denn je: Menschen sind direkt von Umweltkatastrophen wie der Sturmflut in Deutschland betroffen und werden selbst aktiv – wie jüngst die Klimaklage mehrerer Organisationen in Frankreich belegt. Es scheint also eine neue Ära Richtung mehr Klimabewusstsein und klimagerechtem Handeln angebrochen zu sein.

Vegan-Map: Hier leben die meisten Veganer:innen

Als veganer Spitzenreiter geht im Länder-Vergleich Großbritannien hervor. 3,2% leben laut unserer Studie in diesem Land rein pflanzlich. Auch die Zahl der Vegetarier:innen ist in UK am größten: 5,6% der Brit:innen zwischen 16 und 64 Jahren ernähren sich vegetarisch. Das sind 1,75%-Punkte mehr als der Europa-Durchschnitt.

Und wie sieht es mit den anderen untersuchten Ländern aus? Auf Platz zwei unseres veganen Länder-Rankings liegt mit 2,3% Italien, dicht gefolgt von Deutschland (2,2%). Im Vergleich wohnen die wenigsten Veganer:innen in Österreich (1,9%).

Und hier für dich alle SECHS Länder im Vegan-Überblick:

Die folgende Übersicht schlüsselt für dich als ganz interessierte/n Leser:in im Detail auf, wie viele Menschen sich laut dieser Ernährungsstudie in den 6 untersuchten Ländern zu den verschiedenen Ernährungsgruppen zuordnen.

Den Flexitarier:innen gehört die Zukunft

Auch wenn die Zahl der Veganer:innen und Vegetarier:innen gestiegen ist, konsumiert der Großteil der Bevölkerung immer noch Fleisch und andere tierische Produkte: 18,3% der Europäer:innen ordnet sich der Gruppe der Flexitarier:innen zu.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. werden „Flexitarier […] auch als flexible Vegetarier bezeichnet. Sie lehnen die Massentierhaltung ab, möchten die Umwelt schützen, ihre Gesundheit fördern und trotzdem nicht ganz auf Fleisch verzichten“.

(Quelle: DGE, Stand: 10/2021)

Bereits vor einem Jahr zeichnete sich ein spürbarer Trend in Richtung des reduzierten und bewussteren Fleischkonsums ab. Da die Flexitarier:innen nach den Omnivoren die größte Ernährungsgruppe abbilden, haben die Flexitarier:innen einen enormen Hebel, den Fleischkonsum sowie den Konsum tierischer Lebensmittel wirkungsvoll zu reduzieren und so dem Klimawandel die Stirn zu bieten.

Flexitarier:innen können die CO2-Emission eindeutig verbessern: Die bloße Reduzierung des Konsums tierischer Produkte wirkt sich positiv auf die Umwelt aus. Jeder Schritt hin zu einer pflanzenbasierten Kost ist wertvoll und immens wichtig, um das Ziel – nämlich die Erderwärmung möglichst bei 1,5 Grad zu halten – bis zum Jahr 2100 erfolgreich zu verfolgen. Doch nicht nur das. Flexitarische Verbraucher:innen setzen für den Handel interessante Impulse und haben bereits jetzt dafür gesorgt, veganen Produkten den Weg aus der Nische zu ebnen.

In-vitro Fleisch, Laborkäse und Krabbeltiere

Seit Jahren wird bereits an Fleisch, welches im Labor gezüchtet wird, dem sogenannten In-vitro Fleisch sowie an im Labor entwickelten Käse gearbeitet. Das Endprodukt soll das Gleiche sein, nur der Entstehungsprozess ist ein anderer. Laut Umfrage kann sich mit 33,5% mehr als ein Drittel der befragten Europäer vorstellen In-vitro Fleisch zu essen.

So viel Prozent der Befragten können sich vorstellen In-vitro-Fleisch zu essen:

Der im Labor gezüchtete Käse erhielt mit 36,9% europaweit noch mehr Zuspruch. In Deutschland sind sogar 42,8% – also mehr als der Europa-Durchschnitt – bereit, künstlichen Käse zu probieren. Besonders aufschlussreich ist hier, dass der größte Zuspruch von Veganer:innen und Vegetarier:innen kommt: Mit 57,8% kann sich über die Hälfte der europäischen Veganer:innen vorstellen Laborkäse zu essen und das, obwohl Käse normalerweise nicht auf dem eigenen Teller landen würde. Unter den Vegetarier:innen würden sogar sage und schreibe 72,2% den Käse der Zukunft essen. Auch unter den europäischen Pescetarier:innen ist mehr als die Hälfte (54,3%) nicht abgeneigt.

Insekten auf dem Teller? No way!

Tatsächlich wird in den letzten Monaten immer wieder über das Thema Insekten als Lebensmittel gesprochen. Einige Insektenarten sind bereits zum Verzehr in Form von Burgern oder Riegeln erhältlich, finden aber nur langsam ihren Platz in den Regalen. Denn obwohl das Angebot da ist, ist die Akzeptanz für Krabbeltiere auf dem Teller mit 28,7% noch immer relativ gering: Mit einer Ablehnung von 71,3% gehören Insekten beim Großteil der Europäer:innen nicht in die Küche. Im Vergleich zur Akzeptanz des Laborkäses, sind die essbaren Insekten für die europäischen Veganer:innen keine Option: Bloß 7% der Veganer:innen in Europa wären bereit, Insekten in ihren Speiseplan zu integrieren. 

Und nun?

Wir fühlen uns bestärkt in der Arbeit unserer letzten Jahre und gleichermaßen inspiriert von all dem Input und Erkenntnissen – das hätten wir ohne dich nicht geschafft. Also noch einmal vielen Dank an dieser Stelle!

Die vorliegenden Ergebnisse ermöglichen es uns einiges über Konsument:innen in Erfahrung zu bringen und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen. Daraus können wir uns hilfreiche Informationen ableiten, um unsere Vision – weltweit Menschen zu einer pflanzlichen Ernährung sowie einem verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt zu motivieren – zu erreichen. Damit wollen wir eine nachhaltige Zukunft für alle Lebewesen auf unserer Erde schaffen. Bereits jetzt arbeiten wir als veganer Vollsortimenter täglich daran, eine vielfältige Auswahl an geschmackvollen, pflanzlichen Produkten und Innovationen zu bieten. Dabei ist es uns wichtig, transparent in unserem Handeln und Verhalten sowie respektvoll gegenüber allen Lebewesen und der Natur zu sein.

Du willst mehr fantastische Fakten zu unserer Ernährungsstudie? Alle Ergebnisse der Umfrage kannst du auch HIER einsehen.

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